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Juni

Der Juni ist der erste Sommermonat, der in der Regel keine Frosttage mehr aufweist. Zwar muss noch bis zum 20. Juni mit der so genannten "Schafskälte" gerechnet werden, dies führt auch bei empfindlichen Pflanzen zu Wachstumsstockungen, aber ein Totalverlust ist nicht mehr zu erwarten.

Marienkäfer auf Schafgarbe mit Lauskolonie

Wo kommen die Blattläuse auf einmal her?

Es wird Sommer und „plötzlich“ sind viele unserer Gartenpflanzen verlaust. Und dann stellt sich die Frage, wo kommen die Läuse plötzlich her, insbesondere im Gemüse, das jedes Jahr auf’s Neue angepflanzt bzw. ausgesät wird?

Die meisten Blattläuse unserer kühl-gemäßigten Klimazone überdauern den Winter als Ei, abgelegt im Spätherbst auf einer winterharten Pflanze, meist ein Gehölz, also auf der primären Wirtspflanze (Primärwirt, Hauptwirt oder Winterwirt genannt). Bei der grünen Pfirsichblattlaus (Myzus persicae) ist dies – wie der Name vermuten lässt – ein Pfirsichbaum. Aber auch Pflaume/ Zwetschge kann als Winterwirt dienen. Aus diesem Winterei schlüpft dann im Frühjahr die so genannte Stamm-Mutter (Fundatrix) und diese erzeugt durch Lebendgeburt (Viviparie) laufend zahlreiche weibliche Larven und Blattläuse. Diese sind zunächst ungeflügelt, durch äußere Einflüsse (Temperatur, Tageslänge, Zusammensetzung des Phloemsaftes) werden dann auch geflügelte Tiere geboren, die dann den Winterwirt verlassen und auf den Sommerwirt wechseln und dort weiterhin durch Lebendgeburt (und ohne dass ein Männchen dazu nötig wäre) geflügelte und ungeflügelte Nachkommen hervorbringen. Unter günstigen Bedingungen dauert das Larvenstadium weniger als 14 Tage und dann wird bereits die nächste Generation lebend geboren. Es kommt zu einer Massenvermehrung. Die beiden wichtigsten Vertreter dieser Blattläuse sind die Grüne Pfirsichblattlaus und die Schwarze Bohnenlaus (Winterwirte:  Pfaffenhütchen, Euonymus europaeus und Schneeball, Viburnum), die bei der Wahl der Sommerwirtspflanzen nicht besonders wählerisch sind und typischerweise Obst- und Gemüsekulturen befallen, aber auch zahlreiche Zierpflanzen. Erst wenn die Nahrungsgrundlage der Sommerwirtspflanzen weniger wird und die Umweltbedingungen ungünstiger, entstehen geflügelte weibliche und männliche Individuen, die sich paaren und wo dann das Weibchen seine Eier auf dem Winterwirt ablegt. Diesen Entwicklungszyklus nennt man wissenschaftlich holozyklisch mit Wirtswechsel. Daneben gibt es auch holozyklische Entwicklungen von Blattläusen ohne Wirtswechsel (z.B. Mehlige Kohlblattlaus oder Reblaus). Unter günstigen Bedingungen (z.B. in warmen Klimaten oder Gewächshäusern) kann bei einigen Blattlausarten auch die Bildung von Männchen ganz unterbleiben, man spricht dann von einer anholozyklischen Entwicklung.

Nun, das Leben der Blattläuse ist vielfältig und ausgesprochen interessant; für uns Gärtner aber eher problematisch und herausfordernd.

 

Kräuter

Die ersten Küchenkräuter entwickeln bereits Blüten. Daher ist es sinnvoll, vor der Blüte noch eine größere Ernte vorzunehmen und die Kräuter auch entsprechend zu konservieren. Es bietet sich das portionsweise Einfrieren an, aber auch das Trocknen. Hierfür werden die Kräuter an einem schattigen und trockenen Platz aufgehängt. Die Kräuter sind trocken, wenn sie beim Berühren rascheln. Zur Lagerung werden die getrockneten Kräuter in luftdichte Gläser gegeben, die trocken und dunkel aufgestellt werden und innerhalb eines Jahres auch aufgebraucht werden sollten. Es können aber auch Kräuteröl oder Kräuteressig angesetzt werden. Je nach Geschmack lassen sich auch Kräuterwein, Kräuterlikör oder Kräutergeist herstellen. Wichtig ist: Die konservierten Kräuter vorher gut kennzeichnen und die Gläser sauber beschriften, denn im gefrorenen oder getrockneten wie auch im eingelegten Zustand fällt es schwer, die Kräuter zu erkennen.

Nach einer größeren Ernte sollte noch einmal gedüngt werden, um den Austrieb zu fördern und so auch noch eine zweite Ernte zu ermöglichen oder auch einfach nur den mehrjährigen Kräutern ausreichend Nährstoffe zu geben, damit sie sich kräftig entwickeln können, so dass sie gestärkt in den Winter gehen können.

Gestaffelte Aussaaten für eine kontinuierliche Ernte von frischen jungen Kräutern sollten im Juni fortgesetzt werden.

 

Gemüse

Salat schosst mit zunehmender Tageslänge, besonders wenn es eine Sorte ist, die nicht für den Sommeranbau geeignet ist. Und für Spinat ist die Saison vorbei, nur noch eingefleischte Spinatliebhaber werden auch im Sommer satzweise Spinat anbauen und dafür eine schossfeste Sorte wählen.

Fruchtgemüse sollte nicht nur regelmäßig beerntet, sondern auch durchgeputzt werden. D.h. bei Tomaten sollten alle Seitentriebe entfernt werden (ausgeizen), damit die ganze Kraft in den Blütenansatz und die Fruchtbildung geht. Verwelkte Blätter werden nicht nur bei Tomate, sondern auch bei Gurke, Aubergine und Paprika entfernt. Dadurch kommt mehr Luft an die Pflanze, sie trocknet schneller ab und Pilzkrankheiten können sich nicht so schnell ausbreiten.

Das typische Lagergemüse wie Kohl und Möhre kann noch einmal nachgedüngt werden, sofern kein Langzeitdünger verwendet wurde. Außerdem sollte durch Hacken das Unkraut vernichtet und die Bodenoberfläche leicht gelockert werden, das reduziert den Gießaufwand.

 

Obst

Die ersten Kirschen werden bald reif sein. Auch Erdbeere und anderes Beerenobst können je nach Sorte und Standort bereits geerntet werden. Man sollte mit der Ernte nicht zu lange warten, andernfalls wird dies von Vögeln oder anderen ungebetenen Gästen erledigt.

Bei entsprechendem Ertrag kann gar nicht alles sofort frisch verzehrt werden. Eine Konservierung kann dann sinnvoll sein. Die Möglichkeiten sind riesig. Das Einfrieren ist sicher eine schnelle und auch schonende Methode für die wertvollen Inhaltsstoffe. Wenn man die Früchte einzeln auf einem Brett zum Gefrieren bringt, und erst in gefrorenem Zustand zusammenfasst, bleiben sie besser in Form und sind so auch dekorativer für einen Kuchen.

Wer einen Rumtopf ansetzt, hat sicher auch nicht sehr viel Arbeit mit der Konservierung und auch die Inhaltsstoffe bleiben weitgehend erhalten.

Die Zubereitung von Gelee, Marmelade oder Saft ist schon deutlich aufwändiger und lohnt nur, wenn größere Mengen zur Konservierung anstehen.

Im Frühjahr gepflanzte Obstgehölze müssen bei Trockenheit entsprechend gegossen werden.

 

Ziergehölze

Im Frühjahr gepflanzte Ziersträucher sollten aufmerksam beobachtet und bei Bedarf mit ausreichend Wasser versorgt werden. Eine zurückhaltende Düngung kann das Wachstum beschleunigen.

An der Baumscheibe und auch unter Sträuchern sollte der Bewuchs kurz gehalten werden. Verunkrautete Sträucher gedeihen nur zögerlich, die Luftfeuchte im Bestand ist zu hoch und ein optimales Klima für Pilzkrankheiten und Schnecken.

 

Stauden

Abgeblühtes sollte entfernt werden, die Blätter müssen aber noch so lange erhalten bleiben, bis sie von selbst vergilben. Nur so kann die Staude genügend Reservestoffe für die nächste Blüte einlagern.

Eine Düngung mit einem Mehrnährstoffdünger unterstützt das Wachstum und damit auch die Reservestoffeinlagerung der Pflanzen.

Bei großer Trockenheit muss auch beregnet oder gegossen werden.

Die Staudenbeete sollten durchgeputzt werden. Mit dem Austrieb sollte eine Düngung erfolgen und ggf. kann auch wieder organisches Mulchmaterial (Zierrinde o.ä.) zur Unkrautunterdrückung aufgebracht werden.

 

Wechselflor

Der Sommerflor steht in voller Blüte. Die Balkonkästen und Ampeln haben sich gut entwickelt, brauchen jetzt aber auch schon den ersten Dünger und vor allem auch Wasser. Pflanzen in Balkonkästen oder Ampeln sind wie Wäsche auf der Leine. Auch ohne direkte Sonneneinstrahlung kommt es durch den Wind zu erheblichen Austrocknungserscheinungen.

Die Pflanzen sollten aber auch nicht durch zu viel Wasser in staunassen Gefäßen stehen, da dies zu Fäulnis an der Wurzel führt und letztlich zum Absterben der Pflanzen.

Regelmäßiges Durchputzen, insbesondere das Entfernen von Verblühtem, führt zu einem besseren Blütenansatz und beugt Fäulnis vor. Dies ist besonders bei feuchter Witterung und nach starken Regenfällen notwendig.

Wird der Bestand zu dicht, so ist auch ein Rückschnitt erforderlich. Manche Pflanzen, wie z.B. die Schwarzäugige Susanne müssen auch an Rankhilfen aufgeleitet werden.

 

Rasen

Trockenperioden können den Rasen schädigen, es kann zu "Verbrennungen" kommen, d.h. der Rasen stirbt an einzelnen Stellen regelrecht ab. In den so entstandenen Lücken im Rasen können leicht zugeflogene Unkrautsamen keimen und sich so Unkräuter im Rasen etablieren.

Eine ausreichende Wasserversorgung ist daher unbedingt erforderlich, da das Ausbessern des Rasens später sehr aufwändig ist. Im Idealfall wird aufgefangenes Regenwasser zur Rasenberegnung verwendet.

 

Zimmerpflanzen

Zimmerpflanzen benötigen je nach Wuchs und Sonneneinstrahlung etwas mehr Wasser. Trotzdem muss Staunässe unbedingt vermieden werden.

Für manche Zimmerpflanzen kann das Südfenster oder gar Süd-Westfenster zu strahlungsreich sein. Was in den Wintermonaten und im Frühjahr optimal war, kann im Juni zum Problem werden. D.h. Zimmerpflanzen sollten umgestellt werden oder es sollte für entsprechenden Sonnenschutz gesorgt werden.

Orchideen z.B. erleiden bei hoher Sonneneinstrahlung regelrechte Verbrennungen auf den Blättern.

Zimmerpflanzen, die den Sommer über im Freien stehen, sollte man nicht ganz aus den Augen verlieren. Schnell trocknet der Topf bei hoher Sonneneinstrahlung und Wind aus, nach ergiebigen Regenfällen muss der Untersetzer geleert werden, da Staunässe schnell zur Wurzelfäule führen kann. Stehen die Pflanzen so, dass Schnecken sie erreichen können, dann muss auch diesbezüglich Vorsorge getroffen werden.

 

Pflanzenschutz

Tierische Schädlinge wie auch Pilzkrankheiten können sich stark ausbreiten. Daher ist eine ständige Kontrolle wichtig. Erste Befallsherde sollten nach Möglichkeit beim Durchputzen der Pflanzen entfernt werden. Ist dies nicht möglich, so kann auch eine gezielte - lokal begrenzte - Bekämpfung mit biologischen Mitteln sinnvoll sein.

Die Schonung und das Fördern von Nützlingen sollte weiterhin sehr gezielt erfolgen.

 


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    zuletzt aktualisiert: 01.06.2022