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Ratgeber rund um Pflanzen und Garten

 

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Juli

 

So richtig heiß beginnt der Juli in diesem Jahr nicht, aber das kann sich noch ändern. Kühlere Nachttemperaturen sind nicht nur für uns angenehmer, sondern führen insbesondere bei den meisten Freilandkulturen zu erhöhtem Wachstum und damit auch zu höheren Erträgen.

Regen gab es vielerorts mehr als reichlich und so wachsen nicht nur "unsere" Pflanzen besonders üppig, sondern auch die etwas weniger geliebte Vegetation.

Dies gilt auch für Winden, und die Zaunwinde (Calystegia) im Maschendrahtzaun kann durchaus das nachbarschaftliche Verhältnis belasten und zwar ungeachtet der Tatsache, dass die Blüte unbestritten einen hohen ästhetischen Wert darstellt.

Starkregen oder gar Hagel sind für die Pflanzen ein besonderer Stress. Hagel zerschlägt nicht nur das Pflanzengewebe, sondern es entstehen so auch Eintrittspforten für pilzliche oder bakterielle Schaderreger. Deshalb ist es wichtig, nach einem Hagelereignis die Pflanzen zu kontrollieren und "durchzuputzen", um so der Ausbreitung von Schadorganismen vorzubeugen.

Auch Schadschnecken haben von der feuchten Witterung eher profitiert und sich entsprechend zahlreich vermehrt. Auch "an dieser Front" ist erhöhte Wachsamkeit geboten. Absammeln wird in den wenigsten Fällen ausreichenden Erfolg bieten. Ggf. kann zu einem biologischen Schneckenkorn auf Eisen-III-Phosphat-Basis gegriffen werden.

Der Garten entwickelt sich nun zur vollen Pracht und die erste Ernteschwemme haben wir bereits hinter uns und weitere warten auf uns.

Die Tatsache, dass Reisen in Zeiten der "Corona-Pandemie" nach wie vor nur stark eingeschränkt möglich sind, zeigt uns, wie wichtig Pflanzen und ein Garten für Leib, Seele und Geist sein können.

 

Kräuter

Wärme-liebende Kräuter kommen jetzt so richtig in Fahrt. Bei der Ernte sollte darauf geachtet werden, dass die Pflanzen so beschnitten werden, dass danach ein weiterer reichlicher und zarter Austrieb erfolgen kann und gleichzeitig ein lockerer und luftiger Pflanzenaufbau entsteht, d.h. ruhig und beherzt auch etwas stärkere Triebe an der Basis entnehmen. Geschädigte oder gar kranke Triebe sollten umgehend entfernt werden.

Die Waserversorgung sollte ausreichend, aber nicht zu üppig ausfallen. Staunässe = Sauerstoffmangel für längere Zeit führt zum Absterben der Wurzel und damit zum Absterben der ganzen Pflanze. Dies gilt selbstverständlich auch für Topfkräuter.

Für eine zurückhaltende Düngung - mit einem Volldünger - ist jetzt ebenfalls die richtige Zeit.

Um das Wachstum sinnvoll zu nutzen, bieten sich entsprechende Rezepte mit hohem Kräuteranteil (z.B. Basilikum, Zitronenmelisse) an und selbstverständlich lassen sich Kräuter auf ganz unterschiedliche Weise haltbar machen. Es bietet sich das portionsweise Einfrieren an, aber auch das Trocknen. Hierfür werden die Kräuter an einem schattigen und trockenen Platz aufgehängt. Die Kräuter sind trocken, wenn sie beim Berühren rascheln. Zur Lagerung werden die getrockneten Kräuter in luftdichte Gläser gegeben, die trocken und dunkel aufgestellt werden und innerhalb eines Jahres auch aufgebraucht werden sollten. Es können aber auch Kräuteröl oder Kräuteressig angesetzt werden. Je nach Geschmack lassen sich auch Kräuterwein, Kräuterlikör oder Kräutergeist herstellen. Wichtig ist: Die konservierten Kräuter vorher gut kennzeichnen und die Gläser sauber beschriften, denn im gefrorenen oder getrockneten wie auch im eingelegten Zustand fällt es schwer, die Kräuter zu erkennen.

Nach einer größeren Ernte sollte noch einmal gedüngt werden, um den Austrieb zu fördern und um so auch noch eine weitere Ernte vor dem Herbst einzubringen.

 

Gemüse

Salat haben wir den ganzen Sommer über im Garten. Pflücksalat bietet hier eine optimale Möglichkeit über einen längeren Zeitraum mehrere Pflanzen gleichzeitig zu beernten und so kann auch leicht eine Mischung aus roten und grünen Salatblättern hergestellt werden.

Satzweiser Anbau von Kohlrabi, Rettich oder Radies sorgt auch bei diesem Gemüse für regelmäßigen Nachschub.

Mangold kann ähnlich wie Pflücksalat geerntet werden, d.h. die äußeren Blätter werden am Grund des Blattstiels entfernt und entweder nur der Blattstiel oder auch Blattstiel und Blattspreite in der Küche verwendet. Ausreichend jüngere Blätter bleiben stehen, so dass die Pflanze kräftig weiterwachsen und die Ernte so bis in den Spätherbst hinein erfolgen kann.

Nun beginnt die Zeit des Fruchtgemüses. Die Erträge bei Tomate und Gurke nehmen deutlich zu und auch die erste Zucchini-Schwemme ist zu erwarten. Bei der Verwertung muss man nun einen gewissen Einfallsreichtum entwickeln. Aber auch Fruchtgemüse kann hervorragend konserviert werden. So lässt sich z.B. Tomatensuppe oder Tomatenmark, gleiches gilt für Zucchini, hervorragend einfrieren oder auch in Einmach-Gläsern konservieren. Selbstverständlich kann auch süß-sauer eingelegt werden und so können gleich ein Paar der Küchenkräuter gut mitverarbeitet werden. Bei Tomate sollte regelmäßig durchgeputzt und ggf. ausgegeizt werden. Nur so lassen sich gesunde Bestände erhalten. Die Gurke hält oft nicht die ganze Saison durch, da kann es nun sinnvoll sein, den zweiten Satz anzuziehen.

Das typische Lagergemüse wie Kohl und Möhre kann noch einmal nachgedüngt werden, sofern kein Langzeitdünger verwendet wurde. Außerdem sollte durch Hacken das Unkraut vernichtet und die Bodenoberfläche leicht gelockert werden, das reduziert den Gießaufwand.

 

Obst

Kirschen, Erdbeeren und so manches Beerenobst sind weitgehend geerntet, verwertet oder konserviert, so dass auch in den Wintermonaten Obst aus dem eigenen Garten und zwar nicht nur aus dem Rumtopf zur Verfügung steht.

Apfel und Birne sowie andere Obstarten lassen je nach Sorte mit der Ernte noch etwas auf sich warten.

Blütenknospen werden im Sommer des Vorjahres angelegt und zwar umso mehr, je besser es der Pflanze geht, D.h., wir müssen dafür sorgen, dass es der Pflanze gerade jetzt gut geht. Mit dem Düngen sollte man aber jetzt eher vorsichtig sein, Wassergaben werden von den Pflanzen aber dankbar genommen und auch ein reduzierter Unkrautbewuchs ist hilfreich.

Apfel erfährt typischerweise auch einen "Sommerriss", d.h. die Wasserschosser werden abgerissen und der Baum wird dadurch weniger zum Austrieb angeregt. Dies sollte aber nur von fachkundigen Personen durchgeführt werden, andernfalls kann der Schaden größer als der Nutzen sein.

Die Durchführung von Pflanzenschutzmaßnahmen als direkte Bekämpfungsmaßnahme sollte ebenfalls nur von einer sachkundigen Person durchgeführt werden und auf den Notfall beschränkt bleiben.

Im Frühjahr gepflanzte Obstgehölze müssen bei Trockenheit entsprechend reichlich gegossen werden - auch wenn das in diesem Jahr bisher eher nicht der Fall war. Wachsamkeit ist trotzdem geboten und gerade Pflanzgefäße trocknen sehr schnell aus!

 

Ziergehölze

Ziergehölze zeigen jetzt üppiges Wachstum und benötigen nicht mehr allzu viel Aufmerksamkeit.

Schädlinge und Krankheiten fügen den Ziergehölzen normalereise keinen ernsthaften Schaden zu, deshalb kann auf Pflanzenschutzmaßnahmen im Normalfall verzichtet werden. Im Notfall sollte sachkundiger Rat eingeholt werden und dann kann auch der Einsatz eines biologischen Mittels sinnvoll sein. Selbst beim gefürchteten Buchsbaumzünsler gibt es mittlerweile entsprechende Möglichkeiten.

Im Frühjahr gepflanzte Ziersträucher sollten aufmerksam beobachtet und bei Bedarf mit ausreichend Wasser versorgt werden. Eine zurückhaltende Düngung kann das Wachstum noch anregen, auf weitere Düngergaben, die Stickstoff enthalten, sollte dann aber verzichtet werden.

An der Baumscheibe und auch unter Sträuchern sollte der Bewuchs kurz gehalten werden. Verunkrautete Sträucher gedeihen nur zögerlich, die Luftfeuchte im Bestand wird dadurch zu hoch und es entsteht ein optimales Klima für Pilzkrankheiten und Schnecken.

 

Stauden

Das Staudenbeet entwickelt sich prächtig. Die ersten Stauden sind abgeblüht und das Abgeblühte sollte entfernt werden, wenn man nicht ein Aussamen gezielt herbeiführen möchte. Die Blätter der verblühten Stauden müssen allerdings noch so lange erhalten bleiben, bis sie von selbst vergilben. Nur so kann die Staude genügend Reservestoffe für die nächste Blüte einlagern.

Falls das Unkraut nicht durch unsere Stauden wirksam unterdrückt wird, sollte es unbedingt entfernt werden und vor allem muss es am Aussamen gehindert werden, d.h. es muss rechtzeitig entfernt werden.

Eine Düngung mit einem Mehrnährstoffdünger kann zu diesem Zeitpunkt das Wachstum und damit auch die Reservestoffeinlagerung der Pflanzen noch unterstützen.

Bei großer Trockenheit muss auch beregnet oder gegossen werden.

Gegen Schädlinge wie z.B. Blattläuse sollten Nützlinge (z.B. Marienkäfer) etabliert werden. Mit Krankheiten (z.B. Schad-Pilze) befallene Pflanzenteile sollten entfernt werden, auf direkte Bekämpfungsmaßnahmen kann in der Regel verzichtet werden, im Not- bzw. Zweifelsfall sollte sachkundiger Rat eingeholt werden.

 

Wechselflor

Der Sommerflor hat sich von den teilweise kalten Nächten des Vormonats erholt. Sollte an einzelnen Pflanzen Sonnenbrand aufgetreten sein, so verwächst sich dieser mehr und mehr. Die Pflanzen stehen in voller Blüte.

Balkonkästen und Ampeln sollten nicht nur mit Wasser, sondern auch regelmäßig mit Dünger (z.B. in flüssiger Form) versorgt werden, da die Langzeitdünger oft schon erschöpft sind.

Im Beet können oft auch Schnecken zum Problem werden. Ein Köder auf der Basis von Eisen-III-Phosphat ist besonders umweltverträglich. Aber selbstverständlich ist gegen die bewährte Methode des Absammelns auch nichts einzuwenden.

Bei reichlich Niederschlägen ist darauf zu achten, dass die Pflanzen nicht durch zu viel Wasser in staunassen Gefäßen stehen, da dies zu Fäulnis an der Wurzel führt und letztlich zum Absterben der Pflanzen.

Regelmäßiges Durchputzen, insbesondere das Entfernen von Verblühtem, führt zu einem besseren Blütenansatz und beugt Fäulnis vor. Dies ist besonders bei feuchter Witterung und nach starken Regenfällen notwendig.

Wird der Bestand zu dicht, so ist auch ein Rückschnitt erforderlich. Manche Pflanzen, wie z.B. die Schwarzäugige Susanne oder Dipladenie müssen auch an Rankhilfen aufgeleitet werden.

 

Rasen

Die Niederschläge im letzten Monat waren teilweise sehr üppig dies kann sich wohl auch in diesem Monat fortsetzen - muss aber nicht.

D.h., es kann sowohl extreme Trockenheit wie auch extreme Nässe geben. Beides ist für den Rasen von Nachteil. Bei Nässe sollte der Rasen möglichst nicht strapaziert werden und bei Trockenperioden können "Verbrennungen" entstehen, d.h. der Rasen stirbt an einzelnen Stellen regelrecht ab. In den so entstandenen Lücken im Rasen können leicht zugeflogene Unkrautsamen keimen und sich so Unkräuter im Rasen etablieren.

Eine ausreichende Wasserversorgung ist daher unbedingt erforderlich, da das Ausbessern des Rasens später sehr aufwändig ist. Im Idealfall wird aufgefangenes Regenwasser zur Rasenberegnung verwendet.

Regelmäßiges Mähen sorgt für eine dichte und gesunde Grasnarbe, dabei sollte als Fausregel ca. 1/3 der Blattlänge entfernt werden und 2/3 der Blattlänge stehen bleiben. So "verbrennt" der Rasen nach dem Mähen bei starker Sonneneinstrahlung nicht und kann mit der verbleibenden Blattmasse zügig weiterwachsen.

 

Zimmerpflanzen

Für Zimmerpflanzen gilt weiterhin, dass sie je nach Wuchs und Sonneneinstrahlung etwas mehr Wasser in den Sommermonaten benötigen. Trotzdem muss Staunässe unbedingt vermieden werden, d.h. der Untersetzer muss ca. 20 Minuten nach dem Gießen wieder wasserfrei sein oder ausgeleert werden.

Für manche Zimmerpflanzen kann das Südfenster oder gar Süd-Westfenster zu strahlungsreich sein. Was in den Wintermonaten und im Frühjahr optimal war, kann im Juli/August zum Problem werden. D.h. Zimmerpflanzen sollten entsprechend umgestellt werden oder es sollte für ausreichenden Sonnenschutz gesorgt werden.

Orchideen z.B. erleiden bei hoher Sonneneinstrahlung regelrechte Verbrennungen auf den Blättern, im Freien sollte dann eher ein schattiger Platz mit erhöhter Luftfeuchte gewählt oder ein Sonnenschutz installiert werden (z.B. mit einem weißen Verfrühungsvlies) .

Zimmerpflanzen, die den Sommer über im Freien stehen, sollte man nicht ganz aus den Augen verlieren. Schnell trocknet der Topf bei hoher Sonneneinstrahlung und Wind aus, nach ergiebigen Regenfällen muss der Untersetzer geleert werden, da Staunässe schnell zur Wurzelfäule führen kann. Stehen die Pflanzen so, dass Schnecken sie erreichen können, dann muss auch diesbezüglich Vorsorge getroffen werden.

 

Pflanzenschutz

Bei "wüchsigem" Wetter gedeihen unsere Pflanzen im Gemüse- und Staudenbeet besonders gut. Aber auch "Unkraut" (= unerwünschte Pflanzen in einer bestimmten Zeitspanne an einem bestimmten Ort) kann uns dann sehr zu schaffen machen und zwar auch in Beerensträuchern. Neben der (vielleicht) störenden Ästhetik, nehmen sie unseren Kulturpflanzen Licht, Nährstoffe und Wasser weg und erzeugen mit immer dichteren Beständen ein feuchtes Kleinklima, in dem sich Schadorganismen schnell ausbreiten können.

Hinsichtlich tierischer Schädlinge sollten vor allem Schnecken und Blattläuse unsere Aufmerksamkeit haben. Eine biologische Bekämpfung kann bei entsprechend starkem Auftreten notwendig sein.

Pilzkrankheiten breiten sich vor allem in feuchten Beständen stark aus. Daher sollten die Pflanzen nicht zu dicht stehen und möglichst morgens so gegossen werden, dass der Bestand schnell wieder abtrocknet.

Eine ständige Kontrolle ist wichtig. Erste Befallsherde sollten nach Möglichkeit beim Durchputzen der Pflanzen entfernt werden. Ist dies nicht möglich, so kann auch eine gezielte - lokal begrenzte - Bekämpfung mit biologischen Mitteln sinnvoll sein.

Die Schonung und das Fördern von Nützlingen sollte weiterhin sehr gezielt erfolgen.

 


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    zuletzt aktualisiert: 04.07.2021