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Februar

 

Das Glossar wurde erweitert:

  • Keimblatt
  • Kotyledo
  • dikotyl
  • monokotyl
  • Epikotyl
  • Hypokotyl
  • Lichtkeimer
  • Dunkelkeimer
  • ...

Mit deutlich längeren Tagen beginnt im Februar mit den ersten Frühlingsboten die neue Saison.

Allerdings, man sollte sich auch nicht verleiten lassen und zu früh mit der Aussaat oder gar Pflanzung beginnen. Auch wenn einzelne Tage schon sehr warm und frühlingshaft sein können. Es dauert noch eine Weile, bis man wirklich sicher sein kann, dass keine strengen Fröste mehr aufkommen.

Kontrolle im Lager und Garten ist nach wie vor wichtig. Niemand will kurz vor dem Ziel, d.h. der neuen Saison, noch empfindliche Verluste hinnehmen.

Planen und Vorbereiten, darin liegt sicher der Schwerpunkt im Monat Februar. Mit den ersten Aussaaten - nicht nur in Saatschalen - kann begonnen werden.

Gurken-Keimling

Keimling aus einem Gurkensamen (Cucumis sativum): Der Same nimmt Wasser auf (Quellphase), die Samenschale wird dann gesprengt und die Keimwurzel tritt hervor. Im weiteren Verlauf der Keimung entfalten sich dann die Keimblätter (Cotyledonen).

Wer ein Kleingewächshaus hat oder Fruchtgemüse in Kübeln - mobil oder an sehr geschützter Stelle - kultivieren möchte, sollte jetzt schon an die Anzucht der Jungpflanzen denken, wenn aus Samen selbst vorgezogenes Gemüse verwendet werden soll. Saatgut ist auf jeden Fall bereits verfügbar und kann gekauft werden. Wer eigenes Saatgut oder überlagertes Saatgut verwenden möchte, sollte unbedingt vorab z.B. auf stets feucht gehaltenem Küchenvlies die Keimfähigkeit prüfen.

Gurken-Keimling

Aufgelaufene Gurkensamen im Keimblatt-Stadium.

Zuerst wird z.B. eine kleine Multitopf-Platte oder Aussaatschale mit einem Anzuchtsubstrat (wenig bis gar nicht aufgedüngt, d.h. Salzgehalt von 1,5 g/L oder weniger) befüllt, durch mehrfaches Aufstoßen auf dem Tisch leicht verdichtet und dann das Saatgut von z.B. Gurke, Zucchini oder Kürbis leicht in das Substrat gedrückt, gerade so, dass es mit Substrat ganz leicht bedeckt ist. Danach kann man als Schutz vor Verdunstung mit Sand abstreuen. Das Substrat sollte dabei gleichmäßig feucht gehalten werden, denn ein vertrockneter Keimling ist abgestorben. Allerdings darf es auch nicht zur Staunässe kommen. Sonst "erstickt" der Keimling und stirbt ebenfalls ab.

Gurken-Keimling

Sobald dann nach den Keimblättern auch die ersten Laubblätter sichtbar werden, sollten die Jungpflanzen in Einzeltöpfe verpflanzt werden.

Während bis zum Austrieb der Keimblätter praktisch kein oder nur ganz wenig Licht erforderlich ist, sollten die Jungpflanzen nun möglichst viel Licht erhalten. Andernfalls werden sie nach Licht suchen, ganz lange Hälse bekommen, d.h. die Jungpflanzen vergeilen. Dies ist ein deutlicher Qualitätsmangel, die Stabilität der Pflanze ist so nicht gegeben. Wer zusätzlich etwas Gutes tun möchte, kann seine Pflanzen streicheln. Das simuliert den Wind in der Natur, erzeugt mechanischen Stress und die Pflanze wird so gedrungener, kompakter und kräftiger im Wuchs sein. Dauerstress ist aber auch nicht gut. Drei bis fünf mal am Tag streicheln ist sicher OK, vielleicht machen Sie ja einen Versuch und teilen Ihre Jungpflanzen in zwei Gruppen: "gestreichelt" und "nicht gestreichelt".

Ich wünsche Ihnen jedenfalls viel Erfolg bei der Jungpflanzenanzucht. Und falls es nicht klappen sollte, gibt es ja immer noch Gärtnereien, die Jungpflanzen verkaufen.

 

Kräuter

Der Winter ist noch nicht vorbei. Vor allem wärmeliebende, immergrüne Kräuter sind nach wie vor gefährdet, insbesondere, wenn schon eine leichte Wärmephase erreicht wurde.

Die Kräuter im Haus wachsen jetzt schon deutlich besser, müssen aber immer noch sehr zurückhaltend gegossen werden.

Vorsicht bei Südfenstern: Die Sonneneinstrahlung kann hier an einzelnen Tagen sehr hoch sein und dann ist auch der Wasserverbrauch sehr hoch.

Für die Balkon- und Freilandsaison können die ersten Aussaaten (z.B. in Saatschalen) von Petersilie und Schnittlauch erfolgen.

Gekaufte Topfkräuter stammen aus dem Gewächshaus und sind entsprechend empfindlich. Eigentlich sind es Erzeugnisse für den Verzehr in wenigen Tagen. Eine Weiterkultur als Zimmerpflanze ist problematisch und scheitert meist früher oder später. Ein Rückschnitt, Umtopfen und gute (behutsame) Pflege erhöhen die Überlebenschancen.

 

Gemüse

Nach wie vor gilt: Das Wintergemüse kann an frostfreien Tagen geerntet werden und muss ggf. bei Kahlfrösten besonders geschützt werden.

Anzuchtschalen und weitere Gefäße sollten vor dem Gebrauch gründlich gereinigt werden. Aber Vorsicht: mache Reinigungsmittel sind auch pflanzenschädlich. Daher immer gut mit klarem Wasser nachspülen.

Auch Kopfsalat, Feldsalat oder Spinat kann vorgezogen werden, ebenso Speisezwiebel und Lauch.

Bei einem Überwinterungsanbau (z.B Lauch, Rosenkohl, Feldsalat, Spinat, Endivie oder auch Speisezwiebel) ist darauf zu achten, dass der Winterschutz (z.B. Wintervlies) noch wirksam ist.

Mäuse können ein Problem darstellen und an Wintergemüse und auch an Gemüsemieten oder an eingelagertem Gemüse großen Schaden anrichten. Ggf. sind geeignete Schutzmaßnahmen zu ergreifen.

 

Obst

Nun kommt die kritische Zeit, die Lagerfähigkeit neigt sich - je nach Sorte und Lagerbedingungen dem Ende zu: Regelmäßige Kontrollen im Obstlager sind daher besonders wichtig. Dabei sollten alle Kisten genau inspiziert werden, aber ohne Erschütterungen für das Obst. Mechanischer Stress (z.B. durch Erschütterungen) verkürzt die Lagerfähigkeit. Faule Früchte müssen umgehend beseitigt werden und im Zweifelsfall sollten die umliegenden Früchte ebenfalls entfernt und bei entsprechender Qualität sinnvoll verwertet werden.

Der Winterschnitt sollte nun an frostfreien Tagen abgeschlossen werden. Das sollte immer mit Ruhe angegangen werden. Denken Sie dabei an Ihre Sicherheit. Das Arbeiten mit Schneidwerkzeugen und auf der Leiter ist nicht ungefährlich und aus diesem Grund sollten die notwendigen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Idealerweise sind Sie nicht allein, denn falls doch etwas passiert, kann so schnell Hilfe geholt werden. Ggf. kann man den Winterschnitt auch von einer versierten Fachkraft durchführen lassen.

 

Ziergehölze

Ziergehölze benötigen im Winter normalerweise keine besondere Aufmerksamkeit, wenn sie sachgerecht auf den Winter vorbereitet wurden. Besteht die Gefahr von Wildverbiss oder Mäusefraß, so sollten entsprechende Schutz-Maßnahmen (wie Stammschutz, Vergrämung oder nur für Mäuse zugängliche Fallen) ergriffen werden.

Die ersten Ziergehölze treiben bereits aus. In besonderen Fällen kann bei drohendem Kahlfrost ein Einzelschutz sinnvoll sein.

Zaubernuss und andere "Winterblüher" können je nach Witterungsverlauf bereits zur Blüte kommen.

 

Stauden

Die ersten Stauden blühen bereits. Schneeglöckchen können ihre Blüten auch durch den Schnee schieben.

Eine Kontrolle des Winterschutzes sollte trotzdem regelmäßig erfolgen, insbesondere, wenn man empfindliche Stauden hat. Ggf. muss die Laub- oder Reisigabdeckung erneuert werden.

Ein Schutz vor Mäusen kann ebenfalls nach wie vor angezeigt sein.

Große Aktivitäten im Staudenbeet sollten vor allem dann vermieden werden, wenn Ihr Staudenbeet ein Biotop für überwinternde Tiere ist. Sonst kann es passieren, dass überwinternde Tiere in ihrer Winterruhe gestört werden, ihren Stoffwechsel erhöhen und so ggf. den Winter auf den "letzten Metern" gar nicht mehr überleben oder zumindest sehr geschwächt aus dem Winter gehen.

 

Wechselflor

Wer einen Winterflor im Beet hat, sollte diesen vor Kahlfrösten schützen.

Weiterhin gilt: Knollen und Zwiebeln im Lager müssen regelmäßig kontrolliert, eventuelle Fäulnisherde müssen beseitigt werden.

Gebrauchte Pflanzgefäße sollten jetzt gründlich gereinigt werden bevor sie erneut zum Einsatz kommen. Wer ausreichend Platz und Möglichkeiten hat, kann bereits mit den Aussaaten für den Frühjahrs- und Sommerflor beginnen. Die Sämlinge werden vorsichtig in kleine Töpfe pikiert und sollten möglichst viel Licht haben, ansonsten gelten grundsätzlich die gleichen Regeln wie beim Gemüse.

 

Rasen

Gräser sind meist auch im Winter grün und können bei sehr niedrigen Temperaturen (um den Gefrierpunkt) noch Fotosynthese betreiben. Ist der Rasen schneefrei, so kann man deutlich erkennen, wie der Rasen jetzt grüner wird. Besondere Maßnahmen sind aber nicht angezeigt.

Der Rasen sollte nach wie vor geschont werden, insbesondere bei Nässe sollte keine Belastung erfolgen.

Sind größere Lücken in der Grasnarbe zu erwarten (z.B. durch Schneeschimmel), so sollten Maßnahmen für eine entsprechende "Reparatur" (z.B. durch Nachsaat im März) vorbereitet werden.

Wer eine Neuansaat plant, sollte ebenfalls den Februar nutzen, um dies entsprechend vorzubereiten.

 

Zimmerpflanzen

Unsere Zimmerpflanzen leiden nicht mehr so sehr unter Lichtmangel, aber nach wie vor unter trockener Luft. Es darf jetzt etwas mehr gegossen und auch mit einer zurückhaltenden Düngung begonnen werden.

Schädlinge können verstärkt zum Problem werden, daher sollten die Zimmerpflanzen intensiver auf Befall kontrolliert werden.

Wer noch einen Weihnachtsstern hat, sollte sich fragen, ob es wirklich sinnvoll ist, diesen das ganze Jahr "durchzuziehen", denn eine prächtige "Blüte" (ein Umfärben der Brakteenblätter bei schönen großen Blättern) wird im Wohnzimmer wohl kaum gelingen. Der Weihnachtsstern ist eine Kurztagpflanze und braucht zur Blüte und zum Umfärben der Brakteenblätter im Herbst eine Dunkelphase, die länger als zwölf Stunden am Stück andauert.

 

Pflanzenschutz

Im Garten liegt das Hauptaugenmerk nach wie vor beim Winterschutz und der Abwehr von Mäusen und Wildverbiss. Wildtiere finden kaum Nahrung und machen sich daher vermehrt über unsere Pflanzen und deren Neuaustriebe her.

Viele Pflanzen, vor allem Überwinterungspflanzen sind ausgangs des Winters erschöpft (d.h. der Reservestoffvorrat ist aufgebraucht) und damit besonders anfällig für Krankheiten und Schädlinge.

Weiterhin gilt: Im Haus können durch das winterliche Raumklima wie trockene Luft vor allem Spinnmilben, Weichhautmilben und Schildläuse zu einem Problem werden. Vorbeugend sollte daher das Raumklima verbessert werden, ggf. können auch die Pflanzen mit einem Zerstäuber befeuchtet werden. Regelmäßige Kontrolle hilft beim Erkennen eines Befalls im Frühstadium. Durch Entfernen der befallenen Pflanzenteile oder einer gezielten Bekämpfung an den befallenen Pflanzen kann oft ein weiterer Schaden oder gar der Verlust der ganzen Pflanze verhindert werden.

 


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    zuletzt aktualisiert: 31.01.2021